Kobujutsu

Kobudo / Kobujutsu

琉球 古武術 保存 振興 会

Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai

Gesellschaft zum Erhalt und Förderung des Ryukyu Kobujutsu

Bedeutung des Logos
Die zwei Sai symbolisieren den menschlichen Körper und die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und Stilen um sich weiter zu entwickeln. (Anmerkung: Spitzen nach oben wäre ein kriegerisches Symbol, Spitzen nach unten demnach ein Zeichen für die friedfertige Grundeinstellung). Der runde weiße Hintergrund steht für die zunehmende Klarheit (Reinheit) des Geistes. Der rote Ring symbolisiert die Klarheit (Reinheit) des Körpers. Das Symbol soll die zunehmende Reinheit des Körpers und des Geistes symbolisieren und gleichzeitig zeigen, dass seine Mitglieder den Geist der Freundschaft und des Friedens in der Welt vertreten wollen. Motokatsu Inoue hatte es sich zum Ziel gesetzt sein Kobujutsu in der Welt zu verbreiten ohne eine Unterscheidung oder Rivalität zwischen den verschiedenen Stilen [Quelle: Josef Schäfer, Branch Chief Germany Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai].

Kobudo in Puchheim
Karate und Kobudo waren ursprünglich eine Einheit (Bujutsu) und ergänzen sich hervorragend, wie zwei Seiten einer Medaille. Nachdem beim Kobudo-Lehrgang 2006 in Freising mit Enzio Harpaintner dies durch praktische Übung überzeugend vermittelt wurde, beschloss der Abteilungsleiter Christian Pürkner das Angebot der Abteilung Karate auszubauen. Die entstandene Kobudo-Trainingsgruppe besucht seitdem in Kooperation mit anderen Vereinen regelmässig Lehrgänge in Nürnberg mit Josef Schäfer. Besuche internationaler Seminare in Europa und Japan mit Kisho Inoue garantieren Authentizität und systematische Weiterentwicklung.

Ursprung
Aufgrund der geographischen Lage der Ryukyu-Inseln, im Westen China und im Norden Japan, entwickelte sich neben der waffenlosen Selbstverteidigung Karate, auch eine Form des bewaffneten Kampfes, heute als Kobudo bzw. auch Kobujutsu bekannt. In der Geschichte Okinawas (und nicht nur dort) wurden häufig Alltagsgegenstände und Werkzeuge zum Kampf eingesetzt. Es entstanden vielfältige Kampftechniken, die sich in den heute bekannten Katas und Partnerübungen systematisiert wiederspiegeln. Aus der Zeit 17. bis 19. Jahrhundert sind die Namen der alten Meister in den heute bekannten Katanamen zu finden, z.B. Sakugawa, Soeishi oder Sueyoshi, welche im Staatswesen des Königreichs Ryukyu die Stelle eines gehobenen Beamten (Pechin) hatten. Beruflicher Stand und Sprachkenntnisse begünstigten so den Austausch mit den Kampfkünsten Chinas. Obwohl im Kobudo auch Geräte des Ackerbau (z.B. Sicheln) verwendet werden, ist es also keine reine Kampfkunst der Bauern.

Anfang des 20. Jahrhunderts drohten die alten Kampfkünste in Vergessenheit zu geraten. Es machten sich einige Experten daran die alten Waffentechniken zu retten. Federführend war hier Taira Shinken, ein Zeitgenosse von Funakoshi Gichin. Ihm ist es zu verdanken, dass 42 Kata mit den 8 Waffen des Kobujutsu zusammengetragen und systematisiert wurden. Sein innerer Schüler (uchi deshi) Motokatsu “Gansho” Inoue organisierte die Ausbildung und  führte die Arbeit bis 1993 fort. Inoue Sensei studierte Karate-Jutsu unter Yasuhiro Konishi, Ryukyu Kobujutsu (Kobudo) unter Shinken Taira und Bujutsu unter seinem Mentor Fujita Seiko, Koga Ryu Ninjutsu. Nachfolger in Japan ist Inoue Kisho, heutiger Präsident des Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai.

Meister Gichin Funakoshi schrieb zu Beginn des 20. Jhd. im “Karate-Do Kyohan“, dass “Bojutsu und andere Waffen … auf den selben Grundlagen des Karate-do basieren.” Jede Waffe hat ihre eigene charakteristische Technik, die sich in den waffenlosen Techniken wiederspiegeln. Das wird auch heute auf Seminaren deutlich. So lassen sich die Techniken mit Sai in der Gruppe der Shuto-, Heito- und Nukite finden. Die Tonfa-Technik entspricht der Gruppe der Uraken- und Tetsui-Waza. Die Kama entsprechen z.B. den Kake- und Torite-Waza. Nunchaku gehört zur Gruppe der Bo (Portable Bo) und hat Bezüge zum Schwert. Tekko stellen wieder eine deutliche Verbindung zum waffenlosen Karate dar.

Heute
Die Gesellschaft “Ryukyu Kobujutsu Hozon Shinko Kai” setzt sich für den Erhalt und die Förderung der alten Waffen Okinawas ein. Präsident der international aktiven Gesellschaft ist Kisho Inoue Hanshi, mit Sitz in Japan (Nihon kobudo kyokai). In Deutschland, bzw. hier in Bayern, wird Ryukyu Kobujutsu vertreten durch Josef Schäfer, 7. Dan Karate, 6. Dan Kobujutsu, internationaler A-Prüfer und Kobujutsu Branch-Chief Germany. Unsere Abteilung in Puchheim konnte sich 2016 durch Josef Schäfer dem Ryukyu Kobujutsu anschließen.

Im Kobujutsu wird der Umgang mit 8 Waffen, die als Grundformen (Archetypen) die Basis für weitere Waffen bilden, gelehrt: Die Waffenarten des Ryukyu Kobujutsu:
1. Bo (allg. Langstock aus Holz): Rokushaku-Bo (180 cm), Hanbo (90cm), Eku (Paddel)
2. Sai: Metallgabeln
3. Tonfa: auch bekannt als Schutzwaffe der Polizei
4. Nunchaku*: zwei- und dreiteilige Getreidedreschflegel
5. Kama: Sicheln
6. Tekko*: Eisenring
7. Tinbe & Rochin: Schild mit Speer (auch Bo shuriken oder Machete)
8. Surujin: ein Seil oder Kette mit Gewicht.

(*)Nunchaku und Tekko sind als Waffe in Deutschland verboten und werden deshalb bei uns grundsätzlich nicht in der ursprünglichen Form im Training verwendet !

Bitte beachten Sie
Anfänger (ab 18 Jahre) üben zum Einstieg zuerst Bo. Grundkenntnisse im Karate sind nicht nötig, aber sehr hilfreich. Neu- und Wiedereinsteiger können jederzeit ein kostenloses Probetraining mitmachen (Siehe Übungs- und Trainingsprogramm). Lockere Sportkleidung genügt zum Einstieg. Haupt- und Einstiegswaffe im Kobudo ist der Rokushaku-Bo (Langstock ca. 182 cm).

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